Der Physiker, der den Nobelpreis g’wunna hat, lehnt si in seinem Sessel zurück, faltet die Händ und sagt’s ganz undramatisch: „Musk und Gates ham wahrscheinlich recht. Langfristig werden die meisten Leit ka Jobs mehr haben.“
In der vordersten Reihe hört a Teenager im NASA-Hoodie auf, TikTok z’scrollen. A Frau um die fünfzig, no immer mit Büro-Badge und Blazer, verzieht’s G’sicht und macht a Foto von der Folie: „Mehr Freizeit. Weniger traditionelle Jobs.“
Im Raum is es still auf diese seltsame Art, wo ma förmlich hört, wie die Leit nachdenken. A paar schaun begeistert, als hätt ma ihnen grad g’sagt, die Schule is für immer abgsagt. Andere schaun, als hätt wer ihnen still und leise den Boden unter de Füß wegzogen.
Der Physiker klickt zur nächsten Folie: fröhliche Roboter auf am Fließband, a Chatfenster, das allein E-Mails beantwortet, a Kurve, die nach oben rechts geht. Der Titel: „Das Ende der Arbeit, wie ma’s kennen?“
Er macht a Pause, lächelt leicht und fragt: „Wos machts ihr, wenn die Arbeit euch nimmer braucht?“
Keiner lacht. Und genau dort fangt die G’schicht eigentlich erst an.
Des komische Versprechen von ana Welt, in der die Arbeit verschwindet
Des Argument vom Physiker is direkt. Wenn Technologie in etwa in dem Tempo weiter besser wird wie jetzt, werden Maschinen uns ned nur beim Arbeiten helfen. Sie werden die meisten Sachen übernehmen, die ma heut „a Job“ nennt.
Er red ned von irgendeiner Sci-Fi-Zukunft mit silbernen Androiden. Er red von Software, Robotern und KI-Systemen, die still und leise jedes Quartal besser, billiger und verbreiteter werden.
A Vorschau hamma eh schon g’sehn. Fabriken laufen mit einem Bruchteil der Leut, die’s in den 80ern braucht ham. Kundenhotlines werden von Chatbots beantwortet, die nie schlafen. Text-Tools spucken in Sekunden E-Mails aus, für die ma früher an ganzen Nachmittag braucht hat.
Multiplizier des mit 10 oder 100, sagt er, und du bekommst a Welt, in der „Vollbeschäftigung“ klingt wie a liebenswerte Idee aus der Vergangenheit.
Am Papier klingt’s wie a Traum. Weniger fad Arbeit. Mehr Zeit. Produktivität durch die Decke.
Trotzdem zieht’s einem im Magen z’samm, wenn er den zweiten Teil dazu sagt: Wir werden viel mehr Freizeit haben, aber vielleicht ka Jobs mehr. Freizeit is a Geschenk, wenn ma’s sich aussucht. Es is wos ganz anderes, wenn’s einem aufzwungen wird.
Er weist drauf hin, dass Musk und Gates davor seit Jahren warnen. Musk red von einem „bedingungslosen Grundeinkommen“ als einziger Möglichkeit, die Gesellschaft stabil zu halten. Gates hat die Idee von ana „Robotersteuer“ in den Raum g’stellt, um die Auswirkungen z’bremsen und soziale Netze z’finanzieren.
Der Physiker glaubt ned, dass die dramatisieren. Er glaubt, die lesen die Daten.
In seinen Worten: „Wir automatisieren ned nur Aufgaben. Wir automatisieren ganze Rollen.“
Der Satz hängt in der Luft wie a Gewitterwolke, die no ned aufbricht.
Einblicke in die Welt nach dem Job – die eh scho rund um uns is
Wenn dir die Zukunft weit weg vorkommt, schau a bissl genauer hin. Die ersten Anzeichen san überall.
In einem Logistikzentrum außerhalb von Amsterdam schaut ein Manager zu, wie Reihen von Robotern lautlos durch Gänge gleiten und Produkte schneller picken, als es je a menschliches Team z’sammbringt.
Des Gebäude wirkt fast leer. A Handvoll Techniker schaut auf Dashboards. Eine Person geht durch die Halle, horcht auf komische Geräusche, checkt Förderbänder.
Die gleiche Firma hat früher Hunderte Packer und Picker in Schichten beschäftigt. Jetzt is’s stolz auf a schlankes Team und a Rekord-Gewinnmarge.
Im Bürobereich is es ned anders. Kanzleien machen Discovery mit KI, die tausende Dokumente an einem Nachmittag durchliest. Marketingabteilungen streichen Freelancer-Budgets, seit sie Textgeneratoren für erste Entwürfe nutzen.
A Startup-Gründerin in London gibt zu, sie stellt jetzt einen einzigen Designer ein und dazu a Batterie g’scheiter Software – für des, wofür’s früher drei Vollzeitkräfte braucht hat.
Die „Self-Service“-Variante kennt eh jeder: Supermärkte, wo vier Kassierer durch einen müden Aufpasser und acht Maschinen ersetzt werden, die dich anstarren und wegen „unerwarteten Artikeln im Packbereich“ herumgranteln.
Es is fast lustig – bis ma sich vorstellt, dass des Muster sich über alles ausbreitet, von Buchhaltung bis Radiologie.
Der Physiker zeigt a Chart mit Jobkategorien, die am stärksten KI und Automatisierung ausg’setzt san: Office-Support, Gastro, Transport, Handel, Finanzen. Ned nur „low skill“. Ned nur Fabrikhallen.
Er erinnert den Raum dran, dass frühere Automatisierungswellen Jobs zerstört ham, aber auch neue g’schaffen: Der Traktor hat Feldarbeiter ersetzt, aber Fabrikjobs ermöglicht; Computer ham Tipp-Pools ausradiert, aber IT, Programmieren und digitale Medien g’bracht.
Diesmal könnt’s anders sein. Des is seine leise Warnung.
KI macht ned nur körperliche Arbeit, sie denkt, sortiert, schreibt und gestaltet. Sie greift auch die Kopfarbeit an. Wenn die gleiche Klasse an Tools beides kann, dann san die „neuen Jobs“ vielleicht zu wenig und zu spezialisiert, um alle aufzunehmen.
„Vielleicht kriegen ma 200.000 brillante KI-Engineer-Stellen“, sagt er. „Aber was is mit den 200 Millionen Leut, deren tägliche Aufgaben a 20-Dollar-Abo-Tool erledigen kann?“
Im Raum ruckeln die Leut auf ihren Sesseln. Keiner zückt jetzt noch’s Handy.
Wie ma lebt, wenn Freizeit einem aufzwungen wird
Also: Was macht ma mit so einer Prognose? Der Physiker verteilt ka Panik. Er verteilt Vorbereitung.
Sein erster Vorschlag is überraschend bodenständig: Fang an, „was du machst, wenn du ned bezahlt wirst“ genauso ernst zu nehmen wie a Zeile im Lebenslauf.
Sieh die Stunden außerhalb der Arbeit als Trainingsgelände für deine künftige Identität.
Lern, wie ma Sachen macht. Wie ma Leut z’sammbringt. Wie ma sich um andere kümmert. Wie ma lehrt, Geschichten erzählt, kaputte Dinge repariert, kleine Projekte startet, die wachsen könnten.
Ganz praktisch kann des so klein sein wie einmal im Monat freiwillig helfen, an Nischen-Blog aufziehen, an Podcast aufnehmen, den 50 Leut hören, oder an lokalen Club organisieren.
Des wird ned immer zu Geld. Und genau des is sein Punkt: In ana Welt nach’m Job könnten Sinn und Struktur wichtiger werden als der Gehaltszettel.
Der zweite Schritt: Gewöhn dich an mehrere Identitäten. Ned „I bin Buchhalter“ oder „I bin Fahrer“, sondern „I bin wer, der lernen kann, sich anpasst und Skills auf komische Arten kombiniert.“
Klingt weichgespült, bis deine Branche getroffen wird und du schnell a neue G’schicht über di brauchst.
Des heißt ned, dass du jede Nacht auf noch an Kurs hinschindern sollst. Seien wir ehrlich: Des macht eh kaum wer wirklich jeden Tag.
Es heißt, neugierig genug z’bleiben, dass du – wenn deine Rolle morgen weg wär – als Person ned bei Null anfängst.
Jeder kennt den Moment, wo ma an freien Sonntag anschaut und sich komisch verloren fühlt, als hätt ma verlernt, wie ma Dinge wollen kann, die ned auf ana To-do-Liste stehn.
Multiplizier diesen leeren Sonntag mit Jahren. Des is die emotionale Herausforderung von der Welt, auf die Musk, Gates und der Physiker zeigen.
Der größte Fehler, sagt er, is drauf zu warten, dass Regierungen oder Firmen unser Leben für uns neu designen.
Es wird Debatten geben über Grundeinkommen, Robotersteuern, Umschulungsprogramme und Sicherheitsnetze. Manche Länder werden handeln, andere werden trödeln, wieder andere werden’s Problem abstreiten.
„Wenn du wartest, bis du gezwungen wirst, dir die Frage zu stellen, bist eh schon zu spät“, sagt der Physiker leise. „Fang jetzt an, die Antwort zu bauen – solang du noch a Visitenkarte hast.“
Er schlägt a kleine, leicht unangenehme Übung vor: Stell dir vor, dein Jobtitel verschwindet morgen aus deiner E-Mail-Signatur und kommt nie wieder.
Was füllt dann die Stille?
- Eine Aktivität, die du weiter machen würdest, auch wenn dich keiner dafür zahlt.
- Eine Gruppe von Menschen, denen du irgendwie helfen willst.
- Eine Fähigkeit, die du neugierig wärst zu erkunden, wenn die Miete auf magische Art gedeckt wär.
Schreib’s auf, sagt er. Ned als Lebensplan, nur als Skizze von dem, wer du sein könntest, wenn die alte Landkarte nimmer gilt.
Es is a Weg, deinem Zukunfts-Ich zu sagen: I hab meine Identität ned komplett an meinen Arbeitgeber ausgelagert.
A Zukunft mit mehr Zeit, als ma überhaupt zu nutzen weiß
Da gibt’s an seltsamen Dreh in der ganzen G’schicht. Die Warnung von Musk, Gates und dem Physiker is ned nur düster. Sie is auch irgendwie hoffnungsvoll.
Zum ersten Mal in der Geschichte könnten ma die Technologie und den Reichtum haben, um großen Teilen der Bevölkerung echte, dauerhafte Freiheit von schindender Arbeit zu geben.
Stell dir Millionen Leut vor, die ned an Survival-Jobs gekettet san, sondern a Basiseinkommen ham, billige Werkzeuge und fast unbegrenzte Information.
Manche werden’s verprassen. Manche werden abstürzen. Manche werden wilde Romane schreiben, Open-Source-Hardware designen, Nachbarschaftsküchen betreiben oder wirklich Zeit mit ihren Kindern verbringen statt mit dem Posteingang.
Die offene Frage is ned „Wird KI Jobs nehmen?“ Der Trend wirkt unerbittlich.
Die echte Frage is, ob ma unsere Kultur, unsere Schulen und unsere Vorstellung von einem „guten Leben“ schnell genug anpassen, damit’s zur neuen Realität passt.
Wenn Erfolg nimmer Jobtitel plus Karriereleiter is – was ersetzt dann diese G’schicht?
Status wird’s weiter geben. Menschen finden immer Hierarchien. Der Unterschied: Vielleicht basieren’s dann mehr auf Kreativität, Großzügigkeit, Tiefe von Wissen oder der Fähigkeit, Gemeinschaften aufzubauen – statt nur Konzernwände raufzuklettern.
Der Physiker beendet seinen Vortrag mit einer letzten ruhigen Folie: a einfacher Satz in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund: „Was machst du mit einem Leben, das größtenteils Freizeit is?“
Ka Graph. Ka Bulletpoints. Nur des.
Die Leut gehen langsamer aus’m Saal raus, als sie reingangen san. Manche streiten eh schon über Grundeinkommen und Steuern. Andere schaun nachdenklich, fast benommen.
In der Bim heim tippt die Frau mit dem Büro-Badge in ihre Notizen drei Zeilen: „Wer bin i ohne meinen Job? Was taugt ma wirklich? Was könnt i geben, wenn Geld ned der Punkt wär?“
Irgendwo zwischen Angst und Möglichkeit lebt diese Zukunft heute.
Wir san früh genug, dass unsere Entscheidungen noch zählen – und spät genug, dass so tun, als würd sich nix ändern, wie Verdrängung wirkt.
Vielleicht is des Ehrlichste, was ma sagen kann, des: Wir steuern auf a Welt zu, wo Freizeit nimmer a seltene Luxusware für a paar Glückliche is, sondern für viele a strukturelle Tatsache vom Leben.
Was ma auf diesen leeren Raum draufbaut – persönlich und gemeinsam – is no ned g’schrieben.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für die Leserinnen und Leser |
|---|---|---|
| Jobs werden weniger | KI und Automatisierung können sowohl körperliche als auch geistige Aufgaben übernehmen | Hilft dir zu verstehen, warum deine Rolle sich ändern oder verschwinden könnte |
| Freizeit wird mehr | Höhere Produktivität heißt: Die Gesellschaft braucht weniger menschliche Arbeitskräfte | Lädt dich ein, neu zu überlegen, wie du große Blöcke „Nicht-Arbeits“-Leben nutzen würdest |
| Identität muss sich verschieben | Von „Was is mein Job?“ zu „Was schaff i, lern i und trag i bei?“ | Gibt an praktischen Startpunkt, um dich jetzt vorzubereiten – ned erst später |
FAQ:
- Übertreiben Musk und Gates, wenn’s sagen, KI wird Jobs killen?
Die meisten Forschenden san sich einig, dass Automatisierung riesige Mengen an Rollen verdrängen wird; gestritten wird eher über Tempo und Ausmaß, ned darüber, ob’s überhaupt passiert.- Entstehen neue Jobs, die die verlorenen ersetzen?
A paar schon – vor allem in KI, Robotik und Care-Arbeit –, aber viele Expertinnen und Experten zweifeln, dass das die Zahl der verschwindenden Routinejobs vollständig ausgleicht.- Heißt das, i sollt mir gar ka Karriere aufbauen?
Nein. Es heißt: Bau a flexible Karriere rund um anpassungsfähige Fähigkeiten und an Sinn, der ned an einem einzigen Jobtitel hängt.- Is a bedingungsloses Grundeinkommen wirklich realistisch?
Mehrere Länder ham Varianten davon schon getestet; flächendeckend wär’s mühsam und hochpolitisch, aber es is längst ka Randthema mehr.- Was kann i heuer tun, damit i mi weniger verwundbar fühl?
Start a kleines Side-Projekt, vertief a menschliche Fähigkeit (z. B. unterrichten oder Gruppen führen) und skizzier, wer du wärst, wenn dein jetziger Job morgen weg wär.
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