Der E‑Mail vom Energieversorger trifft dich wie ein kleiner Punch: „Ihr Energieverbrauch ist höher als in vergleichbaren Haushalten in Ihrer Umgebung.“
Du starrst auf die Zahl, dann auf das Thermostat an der Wand, das im Vorhaus ruhig vor sich hin leuchtet – als wüsst’s was, was du nicht weißt.
Draußen spielt das Wetter Jo‑Jo zwischen kühlen Morgenstunden und milden Nachmittagen. Drinnen steckst du in diesem Tauziehen zwischen Komfort und der schleichenden Angst vor der nächsten Rechnung. Du drehst die Temperatur um ein Grad rauf, dann wieder runter, und fragst dich, ob das überhaupt was bringt – oder ob du nur mit teuren Pixeln spielst.
Ein HKLS‑Ingenieur, mit dem ich gesprochen hab, hat gelacht und gesagt: „Sie sind nicht allein. Die meisten Haushalte bedienen ihr Thermostat wie einen Lichtschalter – nicht wie eine Strategie.“
Es gibt einen Thermostat‑Zeitplan, der in Gesprächen mit Profis immer wieder auftaucht.
Der Thermostat‑Zeitplan, den HKLS‑Ingenieur:innen dauernd wiederholen
Frag drei HKLS‑Ingenieur:innen, wie man bei Heizen und Kühlen spart, und du hörst denselben Satz in Endlosschleife: „Einstellen und arbeiten lassen.“ Keine Zufallszahlen. Ein täglicher Rhythmus.
Sie reden von einem 24‑Stunden‑Muster, das deinem Leben folgt, statt dagegen anzukämpfen. Wärmer, wenn du daheim bist und wach. Ein kleiner Absenker, wenn du schläfst. Ein größerer Absenker, wenn niemand da ist. Einfach, vorhersehbar, langweilig sogar.
Genau in diesem „langweiligen“ Zeitplan verstecken sich die Einsparungen.
Ein Ingenieur hat’s wie Tempomat auf der Autobahn beschrieben: Wenn’s einmal eingeloggt ist, läuft das System ruhiger, hört auf zu sprinten – und die Rechnung schrumpft leise mit.
Nimm einen typischen Winter‑Wochentag in einem ganz normalen Familienhaushalt: Kinder, Arbeit, hektische Morgen. HKLS‑Profis schlagen fürs Heizen oft sowas vor: 68°F (20°C), wenn ihr auf seid und in Bewegung; 62–64°F (16–18°C) in der Nacht; und etwa 60–62°F (15–16°C), wenn alle außer Haus sind.
Stell dir die Szene vor: Das Thermostat fängt ca. 30–45 Minuten vor dem Wecker an, die Temperatur langsam anzuheben. Du steigst aus dem Bett in ein Haus, das gerade warm wird – nicht in eine Gefriertruhe. Nach dem Frühstück, sobald die Haustür ins Schloss fällt, geht die Temperatur wieder runter. Kein Absturz, eher eine sanfte Rampe.
Am späten Nachmittag, wenn sich der Verkehr auf der Autobahn staut und du heimfährst, hebt das Thermostat das Haus schon wieder Richtung 68°F an.
Laut dem U.S. Department of Energy kann ein Zurückdrehen um 7–10°F für 8 Stunden die Heiz‑ und Kühlkosten übers Jahr grob um 10% senken. Ingenieur:innen sehen diese Zahlen in echten Haushalten. Menschen, die bei einem Zeitplan bleiben – auch bei einem simplen – haben ruhigere Anlagen und leisere Rechnungen.
Die Logik hinter diesem Rhythmus ist weniger geheimnisvoll, als sie wirkt. Dein Haus verliert Wärme (oder gewinnt sie im Sommer) ziemlich stetig – je nach Dämmung, Fenstern und Wetter. Wenn du das System in einem großen Schub „auf Anschlag“ jagst, verbrennt es viel Energie, nur damit’s sich schnell besser anfühlt.
Ein Zeitplan verteilt diese Arbeit über die Zeit.
Dein HKLS‑System muss nicht von „aus“ auf „maximal“ krachen. Es taktet in kleineren, effizienteren Portionen, weil das Thermostat dir vorausdenkt. Das gilt besonders bei smarten Thermostaten, die lernen, wie schnell oder langsam dein Haus reagiert.
Der große Mythos, den Ingenieur:innen immer wieder korrigieren, ist folgender: Dass das Absenken und spätere „wieder raufdrehen“ das System mehr stresst, als wenn man’s einfach durchlaufen lässt. Physik sagt das Gegenteil. Je länger dein Haus bei einer kleineren Temperaturdifferenz zur Außentemperatur liegt, desto weniger Wärme verliert es. Diese Differenz ist genau die Stelle, wo das Geld verschwindet.
Der konkrete Zeitplan, den Ingenieur:innen empfehlen (und wie man damit lebt)
Hier ist der Thermostat‑Zeitplan, den HKLS‑Ingenieur:innen am häufigsten empfehlen – für ein normal bewohntes Haus mit durchschnittlicher Dämmung und einer Zentralanlage.
Für den Winter:
- Aufstehen (ca. 6–8 Uhr): 68°F (20°C)
- Tagsüber (außer Haus, 8–17 Uhr): 60–62°F (15–16°C)
- Abend (17–22 Uhr): 68–70°F (20–21°C)
- Nacht (22–6 Uhr): 62–64°F (16–18°C)
Für den Sommer:
- Aufstehen: 76–78°F (24–26°C)
- Tagsüber (außer Haus): 82–85°F (28–29°C), wenn Haustiere und Pflanzen das packen
- Abend: 76–78°F (24–26°C)
- Nacht: 78–80°F (26–27°C)
Ein Ingenieur hat’s so zusammengefasst: „Vier Temperaturblöcke, mehr ist es nicht. Morgen. Tag. Abend. Nacht.“ Der Trick ist, das zwei Wochen laufen zu lassen, bevor du’s bewertest. Dein Körper und dein Haus brauchen beide Zeit, um sich umzustellen.
Und jetzt der menschliche Teil, den niemand auf der glänzenden Thermostat‑Schachtel erwähnt: An manchen Tagen willst du’s einfach wärmer. Oder kühler. Du kommst klatschnass heim vom Regen oder bist fertig von einer Hitzewelle – und der geplante Zeitplan fühlt sich an wie sture Regeln am Bildschirm.
HKLS‑Ingenieur:innen erwarten nicht, dass du leidest. Sie schubsen die Leute eher Richtung „temporäres Halten“, statt den Zeitplan komplett zu zerstören. Dreh für ein paar Stunden um 1–2°F rauf, dann lass das Programm wieder übernehmen.
Wenn du eine schlechte Nacht hast, hebst du im Schlafzimmer vielleicht um 1°F an. Das ist kein Scheitern. Das ist Menschsein.
Seien wir ehrlich: Niemand macht das wirklich jeden Tag perfekt. Aber Familien, die meistens nah dran bleiben, sehen übers Jahr trotzdem echte Ersparnisse – verglichen mit Leuten, die dem Komfort minute für minute nachjagen.
Ein erfahrener HKLS‑Ingenieur aus Chicago hat mir etwas gesagt, das hängen geblieben ist:
„Denken Sie ans Thermostat wie an einen Kalender, nicht wie an einen Lichtschalter. Je mehr es Ihr Leben vorhersagen kann, desto weniger Energie verschwendet es beim Reagieren auf Drama.“
Ingenieur:innen wiederholen auch dieselben kleinen Fehler, die sie in hunderten Haushalten sehen:
- Extreme Sprünge einstellen: 10–15°F rauf und runter mehrmals täglich kostet Komfort und Energie.
- Den Zeitplan dauernd ändern: Die Anlage findet nie einen Rhythmus.
- Ventilatoren und Vorhänge ignorieren: Sonne im Sommer reinbrutzeln lassen oder im Winter Wärme rauslecken lassen sabotiert selbst den besten Zeitplan.
- „Hold“ dauerhaft verwenden: Das hebt genau die Strategie auf, die Geld spart.
Das sind keine moralischen Fehler. Das ist einfach das, was stressige Alltagstage mit Menschen machen, wenn das Thermostat sich wie „noch eine Sache“ anfühlt.
So passt du den „idealen“ Zeitplan an dein chaotisches echtes Leben an
Der Zeitplan der Ingenieur:innen schaut auf Papier sauber aus. In einem echten Haushalt hast du Nachtschicht, Kleinkinder um 5 Uhr früh, Mitbewohner:innen mit unterschiedlichen Zeiten, Großeltern, denen bei 72°F (22°C) noch kalt ist. Niemand lebt in einer perfekten Grafik.
Genau dort fangen Profis an, Regeln zu biegen statt zu brechen.
Wenn tagsüber jemand daheim ist, ist die Tages‑Absenkung vielleicht nur klein – eher 2–3°F statt 6–8°F. Wenn ein älterer Elternteil mit dir wohnt und kälteempfindlicher ist, wird auch die Nacht‑Absenkung kleiner. Das Prinzip bleibt: Du behältst ein Muster, nur in einem angenehmeren Bereich.
Denk dran als: „Rhythmus zuerst, Zahlen danach.“
In sehr gut gedämmten oder neueren Häusern kann der Unterschied zwischen Tag und Nacht kleiner sein, weil diese Gebäude Temperatur halten wie eine Thermoskanne. In älteren, zugigen Wohnungen kann der Nutzen einer stärkeren Absenkung größer sein – aber auch das Unbehagen, wenn man’s übertreibt. Viele HKLS‑Techniker:innen raten, mit 3–4°F Absenkung zu starten und eine Woche zu beobachten, wie das Haus reagiert, bevor man weiter runtergeht.
Und dann ist da noch die Luftfeuchtigkeit – die still und leise alles verändert. Bei 78°F (26°C) und hoher Feuchte fühlst du dich pickig und elend. Bei derselben Temperatur mit trockenerer Luft und einem Deckenventilator kann’s überraschend gut gehen. Darum reden Ingenieur:innen oft davon, den Zeitplan mit simplen Gewohnheiten zu kombinieren: Rollos an heißen Nachmittagen runter, Badlüfter nutzen, nachts einen Deckenventilator langsam laufen lassen, damit sich ein wärmerer Sollwert angenehm anfühlt.
Manche hören das alles und fühlen sich bewertet. Aber Thermostate sind nie neutral; da hängen Geldsorgen, Gesundheit und alte Familiengewohnheiten dran.
Es ist eine leise Erleichterung, von einem Profi zu hören: „Sie müssen nicht perfekt sein, um zu sparen. Sie brauchen nur ein Muster, das Ihr Haus wiedererkennt.“
Ingenieur:innen mögen smarte Thermostate, wenn sie richtig eingerichtet sind – aber sie sehen auch viele, die auf Werkseinstellung dahinlaufen und fast nichts Besonderes tun. Die echte Magie sind nicht Sprachbefehle oder Geofencing; es ist dieses simple Wochentag/Wochenende‑Programm, das abbildet, wie euer Haushalt wirklich tickt.
HKLS‑Ingenieur:innen empfehlen zum Start oft diesen einfachen Zugang:
| Schlüsselpunkt | Detail | Nutzen für dich |
|---|---|---|
| Mit kleinen Absenkungen starten | Eine Woche lang nur um 2–3°F ändern, bevor du weiter gehst | Körper und Haus können sich ohne „Schock“ anpassen |
| Vier tägliche Blöcke verwenden | Aufstehen, Tag, Abend, Nacht mit fixen Zeiten | Einfacher zu programmieren und leichter zu merken |
| Das Programm an den meisten Tagen „gewinnen“ lassen | Temporäre Anpassungen sparsam, permanentes „Hold“ vermeiden | Schützt die langfristige Ersparnis bei gutem Komfort |
Wir kennen alle diesen Moment, wenn man bei Freund:innen reingeht und sofort den Unterschied merkt. Die Luft wirkt ruhig, nicht stickig. Die Temperatur fühlt sich … richtig an. Du bemerkst das Thermostat gar nicht, weil Komfort unsichtbar wird.
Das ist meistens kein Zufall.
Irgendwo im Hintergrund wiederholt sich leise ein Zeitplan, Tag für Tag, und glättet die Spitzen. Kein Drama, kein dauerndes Herumdrehen, keine zehn Diskussionen darüber, wer „schon wieder an der Heizung herumgespielt“ hat. Nur eine Routine, die läuft, während das Leben passiert.
Was Ingenieur:innen mit ihrem idealen Thermostat‑Zeitplan eigentlich anbieten, ist nicht nur eine kleinere Rechnung. Es sind weniger Entscheidungen. Weniger Mini‑Verhandlungen mit dieser leuchtenden Box an der Wand.
Du kannst die Zahlen feinjustieren, Regeln biegen, es an deine Familie und dein Gebäude anpassen. Du kannst die 68°F‑Norm hinterfragen oder sie annehmen. Spannend ist nicht, ob du bei 67°F oder 69°F landest.
Spannend ist diese Frage: Wie würden sich deine Tage anfühlen, wenn Temperatur kein Hintergrundstress mehr wäre – und nicht mehr still und heimlich deine Energie auffrisst?
FAQ
Welcher Thermostat‑Zeitplan spart am meisten Geld?
HKLS‑Ingenieur:innen empfehlen meist ein konsistentes 24‑Stunden‑Programm mit 4 Blöcken: eine angenehme Temperatur für „Aufstehen“ und „Abend“, eine niedrigere „Nacht“-Einstellung und eine stärkere Absenkung, wenn niemand daheim ist. In vielen Klimazonen kann eine Heiz‑Absenkung um 7–10°F für 8 Stunden oder eine Kühl‑Anhebung um 4°F die Jahreskosten um rund 10% senken.Ist es schlecht, wenn ich die Heizung stark runterdrehe, während ich in der Arbeit bin?
Für die meisten Häuser und Systeme: nein. Das Haus um 6–8°F abkühlen zu lassen, spart meist Energie, und moderne Anlagen sind darauf ausgelegt, effizient wieder hochzufahren. Sehr feuchte oder extrem schlecht gedämmte Häuser brauchen eventuell kleinere Absenkungen, um Kondensat oder Komfortprobleme zu vermeiden.Wird das Haus schneller warm, wenn ich das Thermostat „aufdrehe“?
Nein. Deine Anlage heizt oder kühlt mit einer fixen Leistung; 80°F statt 68°F einzustellen lässt sie nur länger laufen – nicht schneller. Ein smarter Zeitplan, der vor deiner Ankunft zu heizen oder zu kühlen beginnt, ist effizienter und komfortabler als große manuelle Sprünge.Zahlen sich smarte Thermostate fürs Sparen aus?
Können sie – aber nur, wenn du die Zeitplan‑Funktionen auch wirklich nutzt. Der Hauptvorteil ist, wie einfach sie unterschiedliche Temperaturen für verschiedene Zeiten und Tage programmierbar machen und wie bequem sich das per Handy anpassen lässt. Die Technik ersetzt keinen klaren, konsistenten Zeitplan.Was, wenn bei mir daheim jemand immer friert?
Du kannst das Muster trotzdem verwenden, nur mit einer kleineren Temperaturspanne. Behalte den Rhythmus (nachts/abwesend etwas kühler, daheim etwas wärmer), aber schieb die Werte um ein paar Grad nach oben. Schichten anziehen, Decken und Zugluft reduzieren helfen, einen Zeitplan einzuhalten, ohne dauernd Thermostat‑Kämpfe zu führen.
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