Des Badezimmer is vom weichen gelben Licht von da Glühbirn ausg’leuchtet, die seit Ewigkeiten kana ausg’wechselt hat.
Margaret, 72, steht vorm Spiegel – mit ana Hand am Waschbecken, mit da anderen am Handtuchhalter. Die Dusche is gleich daneben, aber ihr tun die Knie weh, der Raum fühlt si kalt an, und sie denkt an die Warnung von ihrer Hautärztin letzten Winter: „Sie waschen si die Haut weg.“
60 Jahre lang hat sie fast jeden Morgen vor der Arbeit geduscht – kurz, heiß, zack, und raus. Jetzt sagt ihr die Tochter, sie soll weniger duschen. Der Arzt meint, Hygiene is trotzdem wichtig – wegen Infektionen und Sturzrisiko. Die Freundinnen schmäh’n, sie „lassen Tage aus“ und sparen Wasser. Jeder hat a Meinung. Aber so ganz sicher wirkt eigentlich niemand.
Wie oft sollt ma nach 65 wirklich duschen? Net einmal am Tag, net einmal in der Woche. Irgendwas dazwischen ändert ziemlich viel.
Warum tägliches Duschen nach 65 oft kan Sinn mehr macht
Wenn ma mit dem Gedanken aufg’wachsen is, dass „sauber“ heißt: jeden Tag a Ganzkörperdusche, dann fühlt si Älterwerden an, als würd ma a Regel brechen. Die Wahrheit is: Körper über 65 funktionieren nimmer wie mit 25. Die Haut wird dünner, trockener, empfindlicher. Heißes Wasser und starkes Duschgel richten auf einmal mehr Schaden an als Nutzen.
Dermatolog:innen sehn das ständig: Ältere Menschen kratzen si an die Schienbeine, die Arme sind übersät mit kleinen Rissen, rote Stellen, die einfach net gscheit verheilen. Des schaut net geschniegelt und „Wellness-tauglich“ aus. Des is echtes Leben. Und oft fangt’s damit an, dass ma an Körper zu viel wäscht, der jetzt Sanftheit braucht – net Angriff.
Hygiene bleibt wichtig – wegen Geruch, Infektionen, Würde. Aber die alte tägliche Routine? Die is oft genau der Teil, der in Pension gehen sollt.
Nehmen ma Jean und Paul, beide 69, die nach der Pension in a kleinere Wohnung zogen. Jean hat an ihrer Gewohnheit festg’halten: jeden einzelnen Morgen lang und dampfend duschen. Sie hat des Ritual geliebt. Innerhalb von am Jahr war ihre Haut so trocken, dass sie dunkle Gewand nimma gern angezogen hat – wegen den weißen Schüppchen auf den Schultern.
Paul hingegen is in die andere Richtung g’rutscht. Nach einem kleinen Ausrutscher in da Wanne hat er still und heimlich nur mehr „wenn’s nötig is“ geduscht – und in seinem Kopf war des vielleicht einmal alle zehn Tage. Die Tochter hat’s zuerst gmerkt: a leicht saurer Geruch beim Umarmen, rote feuchte Stellen unterm Bauch und in der Leistenregion. Nach am Besuch beim Hausarzt war klar: a Hautinfektion, die Wochen braucht hat, bis sie weg war.
Gleicher Haushalt, zwei Extreme. Der Arzt hat beiden dasselbe „Rezept“ geben: kürzere, lauwarme Duschen zwei- bis dreimal pro Woche, milde Seife nur dort, wo’s wirklich braucht wird, und glei danach rasch eincremen. Net glamourös. Aber wirksam.
Die Biologie unterstützt des. Mit dem Alter produziert die Haut weniger Fett. Die Schutzbarriere – der dünne Film, der Feuchtigkeit drinnen hält und Keime draußen – wird schwächer. Heißes Wasser und stark schäumende Seifen reißen diese Barriere noch schneller runter, vor allem wenn ma’s täglich von Kopf bis Fuß macht.
Gleichzeitig werden gewisse warme, feuchte Zonen zu idealen Plätzen für Bakterien und Pilze: unter den Brüsten, zwischen Hautfalten, in der Leiste, rund um die Genitalien, zwischen den Zehen. Diese Stellen brauchen regelmäßig Pflege – aber net unbedingt jeden Tag a komplette Dusche. Des Ziel verschiebt si von „alles oft waschen“ zu „die richtigen Stellen richtig waschen“.
Und es gibt no a zweite Ebene, über die zu wenig g’redt wird: Gleichgewicht. Zu viel Duschen führt zu Ekzem-Schüben, Rissen und Infektionen. Zu wenig führt zu Geruch, wunden Stellen und dieser stillen Scham, die Menschen vom Rausgehen abhält. Gesundheit ab 65+ liegt genau zwischen diesen Extremen.
Der beste Mittelweg: Wie oft sollt ma nach 65 duschen?
Für die meisten gesunden Erwachsenen über 65 is der beste Duschrhythmus überraschend simpel: zwei- bis dreimal pro Woche a Ganzkörperdusche – net täglich, aber auch net nur ab und zu. Diese Häufigkeit hält Geruch, Schweiß und Schmutz gut im Griff, ohne die Haut auszulaugen.
An den anderen Tagen wird Hygiene gezielter. A schnelles „oben und unten“-Waschen am Waschbecken – Achseln, Leiste, Füße, Gesicht und Hautfalten – reicht meistens. Eher a kurzes Auffrischen als a Vollschrubben. Ma bleibt dort frisch, wo’s zählt, und die Haut kann si dazwischen erholen.
Natürlich gibt’s Ausnahmen: starkes Schwitzen, Inkontinenz, Bettlägerigkeit, gewisse Erkrankungen. Aber für viele ältere Menschen, die noch mobil sind und ihren Alltag leben, trifft diese zwei- bis dreimal pro Woche-Routine genau den gesunden Sweet Spot – ohne dass des Bad zur Hindernisstrecke wird.
An den Duschtagen is wie ma duscht fast so wichtig wie wie oft. Fang ma bei der Wassertemperatur an: warm, net heiß. Wenn der Spiegel komplett beschlägt und die Haut knallrot is, is es zu viel. Lauwarmes Wasser is freundlicher zur dünner werdenden Hautbarriere.
Dann: weniger Seife. Nehmen S’ a mildes, parfümfreies Waschgel nur für die Stellen, die’s wirklich brauchen: Achseln, Leiste, Po, Füße und Hautfalten. Der Rest vom Körper kommt oft mit einfachem Abspülen aus. Aggressive Seifen auf Armen, Beinen und Rücken jedes Mal – des ist a Schnellstraße zur wüsten-trockenen Haut.
Und zuletzt: Eincremen ist nicht verhandelbar. Innerhalb von drei Minuten nach dem Abtrocknen – tupfen, net rubbeln – a einfache Creme oder Lotion auftragen. Luxusmarken brauch ma net. Die Gewohnheit an sich schützt vor dem juckenden, papierigen Gefühl, das einen nachts wach hält.
Was in keiner Broschüre so richtig laut drinsteht: Ältere Menschen ändern ihre Duschgewohnheiten oft still aus Angst. Angst vorm Ausrutschen. Angst vor Schwindel. Angst, halb angezogen gefunden zu werden, wenn was passiert. Ehrlich gesagt: Des macht eh kaum wer wirklich jeden Tag.
Also passen S’ die Umgebung an – net nur den Plan. Rutschfeste Matte und Haltegriffe montieren. Duschsessel verwenden, wenn Stehen wackelig wird. Alles in Griffweite bereitlegen: Handtuch, Seife, frische Unterwäsche. Dann fühlen sich zwei oder drei Duschen pro Woche sicher und machbar an – net wie a riskante Expedition.
Und wenn Müdigkeit der größte Gegner is: Duschen eher dann, wenn ma mehr Energie hat – bei vielen eher später Vormittag als spät am Abend, wenn der Blutdruck sinkt und die Balance schlechter wird.
„Nach 70 war mein Ziel nimmer, dass i mich ‚quietschsauber‘ fühl“, sagt Dr. Laura Kent, Geriatrie-Dermatologin. „I sag meinen Patient:innen: Ziel is, dass S’ sich wohl und selbstsicher in Ihrer Haut fühlen. Des is a andere Art von sauber.“
- Zwei bis drei warme (net heiße) Duschen pro Woche schützen die Hautbarriere.
- Tägliches gezieltes Waschen von Achseln, Leiste, Füßen und Hautfalten hält frisch.
- A günstige, parfümfreie Feuchtigkeitscreme, konsequent verwendet, schlägt teure Seren.
- Badsicherheit (Matten, Haltegriffe, Sessel) gehört zur echten Hygiene nach 65.
- Die Routine zu ändern heißt net „gehen lassen“ – es heißt g’scheit anpassen.
Hygiene, Würde und kleine Rituale, die wirklich bleiben
Über die emotionale Seite vom Duschen redt ma selten, dabei steckt sie still unter der ganzen Wissenschaft. Regelmäßig waschen geht net nur um Bakterien. Es geht darum, sich „vorzeigbar“ zu fühlen, Besuch empfangen zu können, rauszugehen. An an schlechten Tag kann sogar Haare kämmen und Wasser ins Gesicht spritzen sich anfühlen wie: „I bin no da.“
Darum sind die wirksamsten Hygieneroutinen nach 65 eher kleine, wiederholbare Rituale als heroische Kraftakte. A sanfte Dusche jeden zweiten oder dritten Tag. A kurzes Abwaschen jeden Morgen oder Abend. Täglich frische Unterwäsche, frische Socken, a Moment vorm Spiegel. An an Tag, wo die Gelenke spinnen, kann a sitzendes Waschen am Waschbecken der Erfolg sein, den ma ruhig feiern darf.
Rein medizinisch schützt bessere Hygiene vor Harnwegsinfekten, Pilzproblemen, Druckstellen und sozialer Isolation durch Scham. Menschlich gesehen schafft sie Rhythmus – a bissl Struktur in Tagen, die manchmal ineinanderfließen. Und für die Familie is es oft a stille Sorge weniger für erwachsene Kinder, die von außen zuschaun.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für Leser:innen |
|---|---|---|
| Optimale Duschhäufigkeit | Zwei bis drei Ganzkörperduschen pro Woche für die meisten ab 65+ | Balance zwischen Sauberkeit und Hautschutz |
| Gezieltes tägliches Waschen | Achseln, Leiste, Füße, Gesicht und Hautfalten am Waschbecken | Hält Geruch und Infektionen fern, ohne Überwaschen |
| Hautschutz-Gewohnheiten | Lauwarmes Wasser, milde Seife, regelmäßiges Eincremen, Sicherheits-Hilfen | Weniger Trockenheit, Juckreiz, Stürze und Spitalsbesuche |
FAQ
- Wie oft soll a 70-Jährige/r duschen? Für die meisten gesunden 70-Jährigen reichen zwei bis drei Duschen pro Woche plus tägliches gezieltes Waschen der wichtigsten Bereiche, um sauber zu bleiben und die Haut zu schützen.
- Is es ungesund, nach 65 jeden Tag zu duschen? Tägliche heiße Duschen mit Seife von Kopf bis Fuß können reifere Haut austrocknen und schädigen. A kurzes tägliches Abduschen kann passen, aber tägliches kräftiges Einseifen macht meist mehr kaputt als es hilft.
- Was, wenn i viel schwitz oder regelmäßig trainier? Bei starkem Schwitzen kann ma öfter abspülen oder die verschwitzten Stellen leicht waschen – vor allem Achseln und Leiste – und trotzdem bei milden Produkten und Eincremen bleiben.
- Kann zu seltenes Duschen Infektionen verursachen? Ja. Sehr seltenes Waschen, besonders rund um Genitalbereich, Füße und Hautfalten, kann Pilz- und bakterielle Infektionen begünstigen und auch den Körpergeruch verstärken.
- Wie mach i Duschen sicherer, wenn i älter werd? Rutschfeste Matten, Haltegriffe, Duschsessel, gute Beleuchtung und alles in Griffweite helfen. Kürzere Duschen zu der Tageszeit, wo S’ am fittesten sind, senken zusätzlich das Risiko.
Denken S’ kurz an ältere Menschen, die S’ kennen: a Elternteil, a Nachbarin, a Freund, der grad in Pension gangen is. Hinter jedem „I brauch net so oft duschen“ oder „I dusch immer noch jeden Tag“ steckt a Geschichte: Angst, Unabhängigkeit zu verlieren, Nostalgie für alte Routinen oder stiller Widerstand gegen’s Älterwerden.
Die Duschhäufigkeit nach 65 zu ändern is ka Rückschritt. Es is a kleine, g’scheite Anpassung – wie High Heels gegen gute Gehschuhe tauschen oder a weichere Zahnbürste nehmen. Ziel is net, a perfektes Regelbuch zu erfüllen, sondern an Rhythmus zu finden, den Körper, Haut und Energie Woche für Woche wirklich aushalten.
Praktisch kann des heißen: die Creme neben die Zahnbürste stellen oder sich jeden zweiten Tag a dezente Handy-Erinnerung setzen: „Duschen + Eincremen“. Emotional kann’s heißen, offen mit Partner:in oder erwachsenem Kind zu reden: „I mach Hygiene jetzt anders – so funktioniert’s für mi.“
An an ruhigen Morgen, wenn im Bad das Licht angeht und die Fliesen kälter sind, als ma’s gern hätt, wird die Frage simpel: net „Halt i mi an die alten Regeln?“, sondern „Welche Routine hält mi gesund, bequem – und lässt mi trotzdem i selber bleiben?“ Die Antwort versteckt si sehr oft genau in dem bescheidenen Raum zwischen jeden Tag und nur ab und zu.
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