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Jänner ist der beste Monat, um laufende Kosten neu zu verhandeln.

Person bei der Finanzplanung, mit Smartphone, Notizbuch, Taschenrechner und Briefen auf einem Holztisch.

Des E-Mail is um 7:42 in da Fruah einitrudelt. Grad zwischen am News-Alert und ana Werbung für Halbpreis-Sneaker. „Ihr monatliches Abo wird ab nächstem Monat teurer.“ Ka Entschuldigung, ka Kontext – nur a höhere Zahl. Wahrscheinlich zuckst mit de Schultern, nimmst an Schluck Kaffee und denkst: „Kümmer i mi später drum.“ Und dann tust’s ned.

Zeitsprung: Jänner. In da Bank-App leuchtet da Weihnachtsschaden, und auf amoi fühlen sich de „kleinen“ Dauerabbuchungen nimmer so klein an. Streaming, Cloud-Speicher, Handy, Fitnessstudio, Software, Versicherung – a stille Parade an Auto-Debits, die brav aus deinem Konto rausmarschiert.

Da Twist, den die meisten übersehen: Ausgerechnet im Jänner san diese unsichtbaren Kosten auf einmal erstaunlich verhandelbar. Ned magisch – aber statistisch, psychologisch und sogar bürokratisch. Des System is offener, als du glaubst.

Warum da Jänner des Kräfteverhältnis verschiebt

Jänner is der Monat, wo Geld laut wird. Kontoauszüge kommen, Apps schicken „Year in Review“-Meldungen, und dein Bank-Feed schaut aus wie a Tatort. Die kleinen regelmäßigen Zahlungen, die du im Juli ignoriert hast, stehen jetzt im kalten Tageslicht: 7,99 da, 24,50 dort, 68,30 irgendwo.

Dein Hirn macht was sehr Menschliches: Es hört auf, jede Abbuchung als „eh nur a paar Euro“ zu sehen, und fangt an, alles zu einem großen, g’spannten Block zusammenzurechnen. Dieses Unwohlsein – so mild unangenehm es is – is genau der Treibstoff, den du zum Neuverhandeln brauchst. Du bist wacher. Du schaust hin. Und du bist sowieso im „Reset-Modus“.

Nimm Telekom-Anbieter: Viele berichten von einem Peak an Anrufen kurz nach Neujahr, wenn Leute ihre Dezember-Rechnungen aufmachen und merken, dass ihr „Einsteiger“-Deal still und leise ausglaufen is. Ein britischer Anbieter hat Analysten g’sagt, dass das Kündigungsrisiko im Q1 um zweistellige Prozentwerte steigen kann. Also schulen’s Retention-Teams, starten versteckte Angebote und geben den Agents mehr Spielraum für Rabatte.

Bei Versicherungen läuft’s ähnlich. Verlängerungsbriefe kommen rund um den Jahreswechsel, aber die große Welle an Anrufen kommt erst im Jänner. Da setzen sich die Leut endlich an den Küchentisch, öffnen den Posteingang und fangen zum Durchtelefonieren an. Die Branche rechnet damit – also werden Verhandlungsskripten und Promo-Budgets früh im Jahr „aufgeladen“. Du glaubst, du bist nur ein genervter Kunde. Intern bist Teil von einem prognostizierten Ansturm.

Und dann gibt’s noch an ruhigeren Grund, warum sich im Jänner was verschiebt: Viele Firmen arbeiten mit Jahreszielen, runtergebrochen auf Quartale. Im ersten Quartal steht das Management unter Druck, Kundenzahlen zu sichern und Kündigungen zu reduzieren. Ein Abonnent, der zu einem bissl niedrigeren Preis bleibt, schaut am Dashboard immer noch gut aus.

Das gibt dir Hebel. Wenn du im Juli anrufst, bist a weiteres Geräusch im System. Wenn du im Jänner anrufst, bist a Risiko-Kennzahl, über die grad irgendwer mit Excel schon brütet. Du fragst ned nur nach einem Rabatt – du hilfst ihnen, ihre KPI zu schaffen. Und des ändert, wie weit sie sich biegen.

Wie du im Jänner deine laufenden Kosten neu verhandelst

Fang mit einem einfachen, stressarmen Schritt an: Mach im Jänner an „Abo-Call“. Öffne deine Banking-App oder Kreditkartenabrechnung, stell den Filter auf die letzten 30 Tage und schreib jede wiederkehrende Abbuchung auf. Fitnessstudio, Apps, Cloud-Speicher, Software, Streaming, Tier-Versicherung, Alarmanlage, digitale Zeitungen, die Meditations-App, die du längst vergessen hast.

Gib jeder Position ein Label: behalten, kündigen, neu verhandeln. Nur drei Optionen. Wenn du zögerst, kommt’s in den „neu verhandeln“-Stapel. Es geht ned um Schuldgefühle, sondern um Klarheit. Wenn du dann wirklich anrufst oder den Live-Chat aufmachst, improvisierst nimmer. Du kommst mit einer klaren Bitte: günstigerer Preis, kleineres Paket oder besseres Bundle.

An einem grauen Jännernachmittag hat mir ein Leser namens Mark seine Geschichte erzählt. Er hat für vier Streaming-Plattformen gezahlt, „weil die Kinder gern Abwechslung haben“, plus ein Fitnessstudio, wo er in einem guten Jahr zweimal im Monat war. Summe laut Bank-App: fast 140 Dollar im Monat – nur in diesen zwei Kategorien.

Er hat an einem Samstagvormittag telefoniert und gechattet. Eine Plattform sofort gekündigt, eine zweite downgegradet, bei der dritten ein „Retention Offer“ rausgehandelt. Beim Fitnessstudio hat er ehrlich g’sagt, dass er eh kaum geht, und ist auf einen billigeren Off-Peak-Tarif umgestiegen. Ergebnis: 63 Dollar Ersparnis pro Monat. Keine Excel-Tabellen. Kein Side Hustle. Nur Gespräche.

Solche Stories klingen klein, bis du’s aufs Jahr hochrechnest: 63 Dollar im Monat san 756 Dollar im Jahr. Des is ein langes Wochenende weg – oder ein Polster, das an Notfall weniger wie eine Klippe wirken lässt. Und es is auch ein leiser psychologischer Shift: Dein Geld fühlt sich mehr nach etwas an, womit du aktiv umgehst – nicht nach etwas, das einfach „passiert“.

Es gibt einen Grund, warum das im Jänner besser funktioniert als z. B. im Mai. Dein Hebel is ned nur emotional, sondern strukturell. Support-Teams san für den Post-Feiertags-Andrang besser besetzt. Retention-Skripten san frisch. Budgets für „Win-back“-Deals san neu zugeteilt.

Auf ihrer Seite sehen Agents Dashboards voll mit Quartalszielen. Ihnen wird ziemlich genau vorgegeben, wie viele Kündigungen „drin“ san. Dir 15 % Rabatt zu geben plus ein paar Monate an Add-on kostet sie im Zweifel weniger, als dein Konto zu verlieren. Wenn du klar formulierst – „I mag den Service, aber der Preis passt für mi nimmer. Was könnt’s ihr machen?“ – landest du direkt in einem Szenario, für das sie trainiert sind.

Da hilft’s, a bissl wie a echter Mensch zu reden. Sag, du schaust dir deine Finanzen fürs Jahr an. Sag, du vergleichst Angebote. Ned drohen, ned schreien. Lass nach deinem Satz a kurze Stille. In der Stille gehen Agents oft auf die Suche nach den geheimen Optionen. Und ja: Die gibt’s wirklich.

Skripten, Mindset und kleine Sätze, die dir Hunderte sparen

Da ist ein einfaches Jänner-Skript, das öfter funktioniert, als man glaubt. Ruf an, lass dich zur Verrechnung oder Kündigung durchstellen und sag:

„I mach fürs neue Jahr grad a finanzielle Aufräum-Aktion. I mag euren Service, aber meine monatlichen Kosten san z’hoch. Gibt’s Treuepreise oder günstigere Tarife, auf die i umsteigen kann?“

Und dann: nix mehr sagen.

Diese eine Frage macht drei Dinge: Sie zeigt, dass du ned nur schaust, sondern an einem Entscheidungspunkt bist. Sie signalisiert, dass du grundsätzlich bleiben würdest – nur ned zu dem Preis. Und sie lädt ein, über das Standard-Menü hinauszugehen. Du bettelst ned um a Gefallen; du verhandelst a Beziehung neu. A kleiner Mindset-Shift – und man hört’s in deiner Stimme.

Auf menschlicher Ebene san Geld-Anrufe unangenehm. Hände schwitzen, Stimme wird enger, und im Kopf laufen Worst-Case-Filme. Normal. Und noch tiefer: Dauerabbuchungen zapfen oft Scham an – „Warum hab i des so lang laufen lassen?“ oder „I hätt besser aufpassen sollen.“

Rein praktisch: Schuldgefühle san hier komplett nutzlos. Behandle Jänner-Verhandlungen wie Schreibtisch aufräumen. Du beichtest nix – du räumst auf. Und wenn ein Anruf ned gut läuft, mach’s ned zu einem Urteil über deine Lebenskompetenz. Weiter zur nächsten Position. Seien wir ehrlich: Das macht kaum wer wirklich jeden Tag.

Wir kennen alle den Moment, wo man auf a Rechnung starrt und gleichzeitig Ärger und Peinlichkeit spürt. Das heißt ned, dass du schlecht mit Geld bist. Es heißt, dass das System besser läuft, wenn du keine Fragen stellst. Firmen bauen auf Trägheit. Dein Job im Jänner is, sie einmal im Jahr zu unterbrechen.

„Beim ersten Mal, wie i meinen Internetanbieter angerufen hab zum Verhandeln, hat meine Stimme gezittert“, sagt Elena, 34, Designerin. „I hab mir die Sätze wortwörtlich auf an Post-it g’schrieben. Sie haben meine Rechnung um 20 % reduziert. Das Unangenehme hat fünf Minuten dauert. Der Rabatt zwei Jahre.“

Denk eher an ein kleines Werkzeugkastl statt an a riesige Umstellung. Ein paar Anker-Sätze funktionieren bei fast allen laufenden Kosten:

  • „I schau mir grad fürs neue Jahr meine regelmäßigen Ausgaben an.“
  • „Was is der beste Preis, den ihr mir anbieten könnt, damit i Kunde bleib?“
  • „Gibt’s Tarife, die ihr ned öffentlich bewerbt?“

Verwend’s einmal, und schreib dir das Ergebnis auf. Nächsten Jänner hast dann Skript und Vergleichswert. Aus einer scary Verhandlung wird a komisches jährliches Ritual – wie Kasten ausmisten, nur fürs Bankkonto.

Wenn du’s aus der Distanz siehst: Jänner-Neuverhandlungen gehen ned nur drum, ein paar Euro von der Rechnung runterzuschneiden. Es geht drum, dir wieder Mitsprache zu holen, wie dein Geld dein Leben verlässt. Diese Veränderung is klein und leise – aber sie wächst.

Du startest das Jahr mit besseren Fragen, und die Wellen gehen weiter: Welche Abos machen deinen Alltag wirklich besser? Welche Verträge bist längst entwachsen? Welche „Must-haves“ waren in Wahrheit nur Gewohnheit, als Notwendigkeit verkleidet? Es geht weniger um Geiz, mehr um Passung.

Vielleicht behältst das Premium-Fitnessstudio, weil du wirklich hingehst – und kündigst drei Apps, die nie Tageslicht sehen. Vielleicht nimmst a bisserl langsameres Internet für die Hälfte vom Preis, und daheim merkt’s keiner. Vielleicht wird dein Streaming-Bundle kleiner und deine Leseliste größer. Da gibt’s ka moralische Punktekarte – nur Trade-offs, die du bewusst triffst.

Das Timing zählt, weil der Jänner sowieso das Gewicht von Neuanfängen trägt. Du darfst sagen: „Der Preis hat für die Version von mir letztes Jahr gepasst – für die jetzige nimmer.“ Firmen wissen, dass Menschen so denken. Ihre Forecasts sind darauf aufgebaut. Wenn du im Jänner zum Hörer greifst, steigst du auf a Bühne, die sie leise vorbereitet haben.

Du brauchst ka perfekte Excel-Tabelle und ka farbcodiertes Budget. Du brauchst 90 Minuten, a Liste von Dauerabbuchungen und a Handvoll ehrliche Sätze. Eins nach dem anderen summieren sich diese kleinen Neuverhandlungen zu einer anderen Art Jahr – ned nur am Papier reicher, sondern im Hintergrundrauschen deiner Finanzen ruhiger.

Kernpunkt Detail Nutzen für Leser:innen
Jänner-Hebel Firmen stehen im Q1 unter Retention-Zieldruck und haben budgetierte Win-back-Angebote Höhere Chance auf Rabatte und versteckte Deals
Einfache Audit-Methode Jede wiederkehrende Abbuchung als behalten, kündigen oder neu verhandeln markieren Macht Handeln leicht – ohne komplizierte Budget-Systeme
Verhandlungs-Skripten Ruhige, klare Sätze verwenden und nach Treuepreisen oder nicht beworbenen Tarifen fragen Reduziert Stress und erhöht die Erfolgsquote am Telefon

FAQ

  • Welche Rechnungen kann i im Jänner realistisch neu verhandeln? Handy und Internet, Streaming-Dienste, Software, Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Versicherungsprämien, Haussicherheit sowie manche Bank- oder Karten-Gebühren sind häufige „Wins“.
  • Wie viel kann i im Schnitt sparen? Unterschiedlich – viele landen bei 10–30 % pro einzelner Rechnung; über mehrere Services summiert sich das leicht auf Hunderte pro Jahr.
  • Was, wenn der Agent sagt, es gibt keine Rabatte? Höflich bleiben und fragen, ob es günstigere Basis-Tarife oder zeitlich begrenzte Angebote gibt; dann erwähnen, dass du Anbieter vergleichst. Wenn sich nix bewegt: tatsächlich wechseln überlegen.
  • Muss i mit Kündigung drohen, um ein besseres Angebot zu kriegen? Ned immer; ein ruhiges „I schau mir für dieses Jahr meine Optionen an und muss eventuell kündigen, wenn das so ned passt“ reicht oft, um Retention-Optionen auszulösen.
  • Wie oft soll i so eine Neuverhandlung machen? Ein fokussierter Check-in jeden Jänner reicht meistens, um die Kosten im Rahmen zu halten, ohne dass dein Leben zur Vollzeit-Verhandlung wird.

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